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ZEITGESCHICHTE 

Udo Lindenberg am Grenzübergang Potsdamer Platz

Mensch Udo, signier uns doch die DDR-Pässe!

Am 9. November 1989 verkündet SED-Politiker Günter Schabowski, dass die DDR-Grenzübergänge zur Bundesrepublik ab sofort geöffnet sind. Nur einen Tag später sitzt Rock-Musiker Udo Lindenberg im Flieger nach Ost-Berlin, er möchte sich vor Ort ein Bild von der Lage machen. Denn Lindenberg, der sich stark für eine innerdeutsche Wiedervereinigung eingesetzt hat, kämpfte jahrelang dafür, mit seinem Panikorchester in der DDR auftreten zu dürfen.

 

Diesen Plänen schob die SED-Führung zunächst einen Riegel vor: Lindenbergs provokante und politisch motivierte Songtexte missfielen den Machthabern – sie sprachen ihm Ende 1970 ein Auftrittsverbot aus. Dem Ärger darüber machte der Panik-Rocker im Lied „Sonderzug nach Pankow“ (1983) Luft: „Och, Erich ey, bist du denn wirklich so ein sturer Schrat? Warum lässt du mich nicht singen im Arbeiter- und Bauernstaat?“. In persönlichen Briefen an den SED-Generalsekretär forderte er zudem immer wieder eine „Besuchserlaubnis“.

 

Im Herbst 1983 gelang schließlich doch noch der entscheidende Durchbruch: Der erste genehmigte DDR-Auftritt Lindenbergs fand am 25. Oktober im Rahmen einer Friedensveranstaltung der Freien Deutschen Jugend im Ost-Berliner Palast der Republik statt. Dies ermöglichte Konzertveranstalter Fritz Rau, der damals nicht nur mit Lindenberg, sondern auch mit dem Sänger Harry Belafonte zusammenarbeitete. Der Amerikaner durfte für die SED-Führung als Weltstar bei der Friedensveranstaltung nicht fehlen. So stellte Rau kurzerhand eine Bedingung: Belafonte singt nur, wenn Lindenberg ebenfalls auftreten darf – die SED gab nach. Weil die Veranstaltung live im DDR-Fernsehen ausgestrahlt wurde, stand Lindenberg unter strenger Bewachung durch die Staatssicherheit. Im Konzertsaal saßen ausgewählte SED-Funktionäre – die eigentlichen Fans standen draußen vor der Tür. Da sich Lindenberg im Laufe des Tages aber heimlich hinaus zu seinen Fans schlich und dort unverhohlen zu ihnen sprach, wurde die geplante DDR-Tournee ’84 abgesagt.

 

Erst das spontane, gesamtdeutsche Pop-Rock Konzert in der West-Berliner Deutschlandhalle drei Tage nach dem „Mauerfall“ sollte Lindenbergs nächster Auftritt im Zusammenhang mit der DDR werden.

 

Am 14. November 1989 begibt sich der Musiker selbst an den Berliner Grenzübergang „Potsdamer Platz“ und begrüßt dort ausreisende DDR-Bürger. Autogramme gibt er direkt in deren Pässe. Begleitet wird er dabei von unserem Dokumentarfotografen Daniel Biskup, der die politischen Entwicklungen der DDR mit seiner Kamera festhielt. 

 

Die Fotografie ‚Mensch Udo’ (1989) von Daniel Biskup zeigt Lindenberg am Grenzübergang „Potsdamer Platz“, der sich dort mit DDR-Bürgern fotografieren lässt.


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