Daniel Biskup

Daniel Biskup

Daniel Biskup gehört zu den bedeutendsten deutschen Fotojournalisten der heutigen Zeit – zusammen mit den Magnum-Fotografen Thomas Hoepker und Stefan Moses sowie der einzigartigen Dokumentarfotografin Barbara Klemm. Einer größeren Öffentlichkeit bekannt wird Biskup im Jahr 2011. Die Ausstellung „Über Leben“ zeigt auf 280 Fotografien von ihm und Thomas Hoepker den Umbruch in den ehemaligen Ostblockstaaten. Die Vernissage dieser Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet.

Daniel Biskup ist Autodidakt und ewig Umherreisender. Die Momente, in denen er ohne Kamera aus dem Haus geht, sind selten. Er ist immer auf der Jagd nach dem nächsten Bild, dem nächsten faszinierenden Ereignis, das er festhalten möchte.

Geboren und aufgewachsen ist Daniel Biskup 1962 in Bonn. In seinen Kindheits- und Jugendjahren beeindruckt ihn die Schule wenig. Mit 15 Jahren beginnt er eine Lehre als Postbote in Bad Godesberg, die er nach drei Jahren abschließen wird. Allerdings weiß er schon in den ersten Wochen seiner Ausbildungszeit, dass der Beruf des Briefträgers nicht seine Zukunft ist. 

Was Daniel Biskup interessiert sind Menschen, Politik und das Schöne. Er besucht als Kind mit seiner Großmutter Modeschauen, sammelt alle Ausgaben der deutschen Vogue und begeistert sich seit jeher für Fotografien. Während seiner Lehre gründet er eine Gewerkschaftszeitung und beginnt das Zeitgeschehen im damaligen Bonn zu fotografieren. Friedensdemonstrationen und besetzte Häuser sind die Motive seiner ersten Bilder.  

Mit 18 Jahren geht Daniel Biskup nach Augsburg. Er holt sein Abitur nach und studiert Geschichte, Politik und Volkskunde. Biskup fotografiert bei jeder Gelegenheit und wird freier Mitarbeiter der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Hier erscheint 1982 sein erstes Bild auf der Titelseite einer Tageszeitung.

1989 erlebt Daniel Biskup seinen Durchbruch als Fotograf. Als sich die politische Situation zur Zeit der Wiedervereinigung zuspitzt, reist er nach Berlin. Die deutsche Hauptstadt und das Klima der Revolution ziehen ihn magisch an. Er weiß, hier wird Zeitgeschichte geschrieben. Er kann nicht anders, will dabei sein. 

Die Mauer fällt. Und Daniel Biskup trifft in Berlin Gleichgesinnte, die sich wie er dem historischen Moment nicht entziehen können. Udo Lindenberg zum Beispiel. Biskups Fotografien zeigen, wie der Sänger mit kindlicher Freude DDR-Bürger an der Grenze empfängt. Daniel Biskup lernt Kai Diekmann (heute Chefredakteur von BILD) und Giovanni di Lorenzo (heute Chefredakteur von Die ZEIT) kennen, die ihn fortan fördern. Seine Fotografien vom Mauerfall, von glücklichen und verunsicherten Menschen, erscheinen seitdem in Zeitungen und Zeitschriften weltweit. 

Die Bilder von Daniel Biskup sind Kunstwerke der Dokumentarfotografie. Sie sind Zeugnisse der Zeitgeschichte. Fotografien, die Weltereignisse auf einzigartige Weise festhalten. Egal ob zur Zeit der Wiedervereinigung in Deutschland oder rund 25 Jahre später während der Freiheitskämpfe in der Ukraine. Daniel Biskup zeigt Menschen in Momenten, die für sie existenziell sind, ohne ihnen zu nahe zu treten. Auf seinen Fotografien zeigt sich das Schöne, das Menschliche, das Normale. Ganz ohne Hilfsmittel wie Studiolicht oder Bildbearbeitungsprogramm. 

In den letzten Jahren hat Daniel Biskup weltweit Prominente aus Politik, Kultur und Wirtschaft porträtiert. Dazu gehören unter anderen Bill Gates, Karl Lagerfeld, Claudia Schiffer, Selma Hayek, Roger Moore, Mette Marit, Helmut Schmidt, Vladimir Putin, Michail Gorbatschow, George Bush sen., Gerhard Schröder, Angela Merkel und vor allem Helmut Kohl, den er seit 1998 als Fotograf bei privaten und offiziellen Anlässen in Ludwigshafen und in der Welt begleitet.

Die Fotografien von Daniel Biskup befinden sich auch in privaten und öffentlichen Sammlungen. Zum Beispiel im Russisches Museum in St. Petersburg, im Deutschen Historischen Museum in Berlin oder im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn (Auswahl).

   

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